mit Profi Tipps schneller zum passenden Job

Raus aus der Depression oder wie Sie vermeiden, bei der Jobsuche in ein tiefes schwarzes Loch zu fallen und falls Sie schon drin sind, wie Sie schnellstens wieder raus kommen

In meiner täglichen Praxis mit Menschen, die arbeitslos und auf Jobsuche sind, stelle ich fest, dass überproportional viele mit Depressionen, Ängsten und Zweifeln zu kämpfen haben. Woher kommt das und wie können Sie vermeiden, dass es Ihnen genauso geht?

Zum einen ist die Arbeitslosigkeit mit einem Stigma des persönlichen Versagens gesellschaftlich verknüpft nach dem Motto „Schaffst Du nix, bist Du nix.“ Zum anderen gehen viele aber beim Bewerben von falschen Voraussetzungen aus und haben eine Erwartungserhaltung, die nicht mit der Realität des Arbeitsmarktes konform ist. Hier kann eine Veränderung der gedanklichen Prozesse große Veränderungen bewirken und den Frust in neutrale Gefühle wandeln.

Schritt 1 oder wie Sie in Frust, Zweifel und Depression schlittern:

Sie gehen davon aus, dass jeder Ihrer Bewerbungen zur Einladung zum Vorstellungsgespräch führen muss. Da aber ein Unternehmen auf eine Stellenausschreibung dreißig und mehr Bewerbungen erhält, muss zwangsläufig eine Auswahl erfolgen. So erhalten Sie viele Absagen, die Sie als persönliche Ablehnung empfinden. Und bei jeder Einladung zum persönlichen Gespräch sind Sie total euphorisch und planen schon die neue Tätigkeit. Aber auch hier laden Unternehmen mehr als nur einen Bewerber ein, um eine Auswahl zu treffen. Die Wahrscheinlichkeit ist also groß, dass Sie auch hier einige Gespräche führen müssen, bis Sie ein Angebot erhalten. Sie sind frustriert und deprimiert, weil keiner Sie will. Sie fühlen sich wertlos. Sie glauben, Sie sind zu alt, Ihnen fehlen Kompetenzen und die andren können sowieso mehr und sind viel jünger. Nach weiteren Absagen sehen Sie keinen Sinn mehr darin sich zu bewerben. Wozu auch? Es will Sie sowieso keiner. Sie ziehen sich zurück und verkriechen sich im Schneckenhaus. Sie minimieren den Kontakt zu Freunden und zur Familie, da Sie niemandem zur Last fallen wollen mit Ihren Problemen. Sie befinden sich auf dem besten Weg in eine persönliche Krise.

Schritt 2 oder Der Weg aus der Krise: depression

Erkennen Sie, dass die Jobsuche einer statistischen Wahrscheinlichkeitsrechnung gleicht. Zehn bis fünfzehn Bewerbungen führen zu einer Einladung – vorausgesetzt Ihre Unterlagen sind aussagekräftig und professionell. Und vorausgesetzt, dass Sie sich auf Stellen bewerben, die zu Ihrer Qualifikation passen. Sechs bis acht Gespräche sollten zu einem Jobangebot führen.

Heißt also, dass Sie für das Ja-Wort SECHZIG bis HUNDERTZWANZIG (!!!) Bewerbungen schreiben müssen. Und wir reden hier von Bewerbungen auf Vakanzen, also Stellen, die tatsächlich verfügbar sind – nicht von Initiativbewerbungen.

Mein Vorschlag zum Reduzieren von Frust: führen Sie eine Statistik mit der Zielzahl. Bei jeder Absage fügen Sie einen Strich zur Liste hinzu und freuen sich, dass es nun ein Nein weniger ist bis zum Ziel der Zusage.

Ich habe 10 Jahre im Vertrieb gearbeitet und tausende von Telefonaten geführt, um Termine zu vereinbaren. Können Sie sich vorstellen, wie viele “nein danke” ich hören musste bis ich einen Termin hatte? Ohne diese Statistik und die Erkenntnis, dass die Akquise nur ein Zahlenspiel ist und einer statistischen Wahrscheinlichkeit unterliegt, hätte ich den Job keine Woche machen können.

Fazit:

Absagen haben nichts, aber rein gar nichts mit Ihrer Wertigkeit als Mensch zu tun. Wenn ein Unternehmen auf eine freie Stelle dreißig Bewerbungen enthält, muss es zwangsläufig neunundzwanzig Bewerbern eine Absage erteilen.
Merke: wenn Sie bei zehn Bewerbungen auf Stellenausschreibungen ein Vorstellungsgespräch hatten, liegen Sie gut im Rennen. Wenn weniger dazu nötig waren, können Sie sich auf die Schulter klopfen. Ihre Unterlagen kommen gut an. Wenn Sie wesentlich mehr brauchen, überprüfen Sie Ihre Unterlagen, Ihre Zeugnisse und die Passgenauigkeit der Stellen, auf die Sie sich bewerben. Und wenn Sie nach sechs Vorstellungsgesprächen ein Arbeitsangebot erhalten, dann liegt das auch im Rahmen. Falls diese Zahl um Einiges überschritten wird, überprüfen Sie Ihre Gesprächsführung.

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